22 December 2006

Sind wir zu blöd? Das Zeitalter der Überforderung

si genialer Artikel von Detlef Schmalenberg im Kölner-Stadt-Anzeiger trug den Titel "Bin ich zu blöd" und beschrieb anhand (pointierter) Beispiele die hohe, teilweise überbordende, Kompliziertheit und Komplexität des modernen Alltags.


Schmalenberg spricht in diesem Bericht von der "galoppierenden Spezialisierung" - ein Trend, den wir in der Informatik ebenfalls mit voller Härte erleben. Wo gestern noch fundiertes Grundlagenwissen genügte, hervorragende IT-Systeme zu bauen, da braucht es heutzutage zusätzlich eine Plethora unterschiedlicher Frameworks und Produkte, um Software "reif" zu machen.


In Trainings rege ich seit langem an, dass Architekten jeden Morgen ihren persönlichen simpled starten sollten, um systematisch und kontinuierlich Dinge zu vereinfachen. Leider versäumen das viele...


Ralf Westphal hat das unter einem ganz anderen Blickwinkel betrachtet, nämlich dem der IT-Fachzeitschriften ("Quo vadis, Fachzeitschriften?").


1 comment:

Frank Müller said...

Hallo Gernot,

Du sprichst mir aus vollem Herzen. Ich tobe nun seit 1984 in der Programmierung herum, durfte diverseste Sprachen und Architekturen kennen lernen und nun letztendlich nach langen J2EE-Jahren bei SOA auf Basis von BizTalk und .NET gelandet. Natürlich haben sich die Anforderungen ebenso geändert wie auch die Leistungsfähigkeit der Lösungen. Aber leider muss ich auch feststellen, dass viele Design-Ansätze gleich von Anfang an groß und komplex dimensioniert werden, statt zu schauen, ob eine einfache und dennoch offene Lösung möglich wäre.

Ich versuche hier stets, die guten alten Prinzipien KISS und YAGNI einzubringen. Dies ruft Erstaunen hervor, oft positiv, manchmal aber auch nur mit einem "So kann man das doch nicht machen, das ist doch keine etablierte Technologie.". Hier fällt es nicht immer leicht, Überzeugungsarbeit zu leisten. Aber ich halte es für sehr wichtig.

Liebe Grüße (und ein frohes Weihnachtsfest)
mue